Wissenschaft und Schönheit

Schönheit, einige Definitionen
schoenheitsop-copyDas Thema „Schönheit” begegnet uns überall im Alltag, in den Medien, in zwischenmenschlichen Beziehungen, im Spiegel, in Büchern, in der Natur.
Doch wie kann man sich dem weitgefächerten Begriff der Schönheit überhaupt wissenschaftlich nähern? Dazu bedarf es eines kleinen Überblicks der unterschiedlichen Disziplinen.
In der Philosophie hängt das Schöne stark mit den Begriffen „Harmonie”, „Ästhetik” oder sogar „Wahrheit” zusammen. Das Schöne beschreibt demnach eine vollkommene Harmonie mehrerer Faktoren, die Theorie des sinnlichen Wahrnehmens. Einer der bedeutendsten Philosophen überhaupt, Immanuel Kant, beschreibt die Schönheit als eine subjektive Einschätzung von Dingen, Situationen oder Sinneserfahrungen, demnach alles, was uns angenehm erscheint. Jedoch unterscheidet er die „Schönheit” von der „Ästhetik”, denn letzter hat, trotz ihrem subjektiven Ursprung, ein Recht auf Allgemeingültigkeit. Ästhetik ist demnach ein allgemeiner Begriff, der für mehr als nur ein Individuum besteht.
In der Soziologie oder der Gesellschaftslehre bezeichnet die Schönheit eine gesellschaftliche Norm, eine Konvention, die mit den Wertevorstellungen der Allgemeinheit in Einklang steht. Demnach empfinden wir nur das als schön, was im Wertekanon der Allgemeinheit ebenfalls als schön verbucht ist.
Die Psychologie versucht dieses Phänomen dahingehend zu erklären, dass ein Gegenstand durch das Fühlen des Einzelnen die Schönheit als Attribut erhält. Das Fühlen ist irrational und subjektiv, also durch allgemeingültiges Schubladendenken nicht ergründbar.
Die Naturwissenschaften haben wenig Raum für die Definition der Schönheit und beschränken ihren Teil auf die Theorie der Idealmaße, ein Ansatz, der sich nur auf äußere Schönheit beschränkt. Ungeklärt bleibt ebenfalls, ob es allgemeingültige Idealmaße überhaupt gibt, oder ob es sich bei diesen nur um stetig wechselnde Modeerscheinungen handelt.
Die Schönheit in der Kunst wird sehr gegensätzlich behandelt, einerseits zeigt sie das Ideal, die Wahrheit, andererseits wird das Schöne von vielen Künstlern als unwahr bezeichnet. Schönheit ist nicht real und daher wird das Schöne oftmals zum Kitsch degradiert, denn Aufgabe der modernen Kunst ist es nicht mehr, das Ideale zu zeigen, sondern das Reale mitsamt seinen Fehlern und Macken.
Man kann sich somit auf viele verschieden Art und Weisen dem Begriff der Schönheit annähren, jedoch bleibt es zuletzt immer dem Individuum überlassen, ob etwas als „schön” bezeichnet werden kann, oder nicht. So schließt dieser Artikel mit den Worten Platos:
“Wenn es etwas gibt, für das es sich zu leben lohnt, dann ist es die Betrachtung des Schönen.”

Bild: © by Mikhael-Timofeev / Pixelio

Artikel mit anderen teilen:
  • Twitter
  • Facebook
  • del.icio.us
  • Technorati
  • FriendFeed
  • Digg
  • email

Schreib Deine Meinung

Get Adobe Flash playerPlugin by wpburn.com wordpress themes