Wenn Hungern zur Sucht wird
10. März 2006 von perfektman
Kategorie Diäten, Gesundheit und Ernährung
Wer beim Abnehmen zu viel Ehrgeiz entwickelt, gerät schnell in einen Teufelskreis. Diese Menschen betrachten häufig das Essen als ihren ärgsten Feind im Kampf gegen die Pfunde. Wer Magersüchtig ist, weigert sich, trotz sichtbarer Mangelernährung, ausreichend Nahrung zu sich zu nehmen. Vor allem junge Mädchen und Frauen vor dem 40. Lebensjahr, aber auch immer mehr Männer sind betroffen. Meist sind es ehrgeizige Menschen, die sich eine schlanke Figur zum Ziel setzten, eine Diät machen und dann nicht aufhören können. Die Magersucht gehört zu den psychosomatischen Krankheiten. Auslöser sind ein verzerrtes Selbstbild und verschiedene psychisch belastende äußere Konstellationen. So erkranken Magersüchtige häufig an nicht intakten Beziehungen innerhalb ihrer Familie.
Wie auch bei anderen psychischen Krankheiten, verdrängen Betroffene und ihr Umfeld zunächst die Magersucht. Was oftmals als harmlose Diät beginnt, entwickelt sich zum Zwang, weil Freunde und Familie das Abnehmen zu Beginn unterstützen. Lob und anerkennende Blicke für die tolle neue Figur führen dazu, dass der Betroffene sich weitere Zuneigung durch sein Abnehmen erhofft. Ohne auf die Bedürfnisse des Körpers Rücksicht zu nehmen, beginnt die radikale Hungerkur. Folge sind nicht nur erhebliches Untergewicht, sondern auch aufgrund Mineralstoffmangels Erkrankungen des Skeletts und der Zähne, brüchige Haare und Fingernägel bis zum Aussetzen wichtiger Organe. Das Eingeständnis, krank zu sein, ist womöglich der schwierigste Schritt auf dem Weg zur Genesung. Magersüchtige sind häufig Menschen, die in allem einen gewissen Perfektionismus entwickeln können. Die Erkenntnis, dass Körper und Psyche nicht mehr reibungslos funktionieren, ist für sie ein Schock. Aber erst dann kann der Betroffene Gegenmaßnahmen ergreifen. Wichtig ist es, seinen Alleinkämpfer-Ehrgeiz zu überwinden und die Hilfe von Ärzten, Therapeuten, Familie, Freunden und anderen Magersüchtigen anzunehmen. Dann lernen die Erkrankten wieder, Freude am eigenen Körper und am Essen zu empfinden.







