Venezuela – Land der Schönheitsköniginnen und Schönheitsoperationen

2. November 2009 von perfektman  
Kategorie Medien

Achtung, es folgt ein wenig Kultur! Venezuela ist das Land, wo Schönheit fast schon eine Währungseinheit ist.
Und eben über jene jetzt krasse Schönheits-Kultur hat der Ausnahmeregisseur und -choreograph Samir Akika sein neuestes Tanz-Theater-Stück geschrieben: „Plastikseele“ heißt es und handelt über das „Plastikland“ Venezuela und seine Hauptstadt Caracas.
Nach seiner Zusammenarbeit mit einem Goethe Institut in Südamerika fragte das Goethe Institut in Venezuela bei dem Tänzer, Choreograph und Regisseur Akika an.
venezuela
So war die Anfangsstunde des Tanz-Theater-Stückes „Plastikseele“ geboren. Ein Stück über das Plastikland Venezuela: Plastikmüll, Plastikkörper, das Land des Silikons und das Land der Schönheitsköniginnen. In Venezuela ist jede zweite junge Frau über 18 aus der Oberschicht bereits unter dem Messer gewesen: kleine Nasenkorrekturen, Fett absaugen, Brustvergrößerung gehören da fast zum guten Ton. Insgesamt sechs Mal ging der Titel der „Miss Universum“ schon in den südamerikanischen Staat an der Karibikküste.
Brustvergrößerung für unter 1000 Euro? In Venezuela kein Problem, sondern Alltag.
Das alles verarbeitete Samir Akika in seinem Tanz-Theater-Stück, die Affinität dieses Landes zu Plastik, zu dem Material als Wegwerfmaterial ebenso wie die Metapher für die Gesellschaft, die durch Plastik einem Schönheitsideal hinterher jagt.
Das Stück ist eine Art Theater-Installation, in der Tanz, Videogestaltung, Text und Tanz die einzelnen Komponenten darstellen.
So radikal wie das Thema ist auch deren Umsetzung geworden: Samir Akika flog 2x mit einem Team nach Venezuela, fand Tänzer, das Stück selbst wurde in nur 9 Tagen bis zur Premiere im Pumpenhaus in Münster einstudiert. Wo es dann Ende Oktober zum ersten Mal aufgeführt wurde.
Derzeit präsentiert Akiki, der zum Pumpenhaus eine ganz besondere Verbindung hat, bereits seine nächste Arbeit auf der dortigen Bühne: er präsentiert seine zeitgenössischen Tanz-Favoriten im Rahmen seines eigenen kleinen Festivals „Raw like Sushi“.
Ob das Stück „Plastikseele“ noch in anderen Städten zu sehen ist, läßt sich derzeit nicht feststellen, einen Trailer zum Stück gibt es auch.

Bild: © by Mikhael-Timofeev/Pixelio

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