TV-Werbeverbot für Schönheitsoperationen

Um dem Schema “Erfolgreich-und-schön” nur durch Schönheitsoperationen vorzubeugen, verbietet das neue Gesetz “Gesetz über audiovisuelle Kommunikation”, das vor kurzem die erste Kammer des spanischen Parlaments passierte, fördernde Werbung für Körperkult, für Selbstbildgefährdung und alles was zur “Erfolgreich-und-schön”-Strategie beiträgt. Zukünftig dürfen TV-Werber zwischen sechs und 22 Uhr keine derartige Werbung mehr senden und dies alles zum Schutz der spanischen Jugend.

TV-Spots mit folgenden Inhalten werden dann wohl künftig nicht mehr über Spaniens Fernseher laufen:

  • Werbung für Schlankheitskuren (Pillen/Shakes zum Abnehmen)
  • Werbung für ästhetische Chirurgie
  • Werbung für Anti-Cellulite-Cremes


Dass die TV-Werber um Millionenumsätze bangen ist einleuchtend. Bei rund 400.000 Einschaltungen pro Jahr summiert sich da einiges. Allein der Beautymarkt erreicht 500 Millionen Euro, laut dem Branchendienst InfoAdex. Um es noch deutlicher zu machen – über 4400 Minuten TV-Werbung über makellose, modellierte Körper empfingen Zuschauer, in 2008, die Corporación Dermoestética sahen. Ein Sender des iberischen Marktführers für plastische Chirurgie. Kein Wunder, dass bereits zehn Prozent der jährlich vorgenommenen plastisch-chirurgischen Eingriffe (knapp 400.000) auf Patienten, die die Volljährigkeit noch nicht erreicht haben, entfallen.
Das Verbot der TV-Werbung umfasst zudem Spots für Alkoholika, Tabakwaren und Glücksspiele. Ob der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero der sozialistischen Regierung sich damit Freunde macht?

Dass solche Gesetzesänderungen auch Kritiker hervorruft ist, wie bei so vielem, bekannt. Die Journalistengewerkschaft und der Privat-TV-Verband gehören zu den Ersten, die die Verordnung als “Entscheidung im Eilverfahren” sehen und auch beklagen. Vorerst tritt das Gesetz in Kraft, bis zur kompletten Umstellung auf digital-terrestrischen Sendebetrieb. Wie heißt es doch so schön, Ausnahmen bestimmen die Regel, wie auch hier. Das öffentliche TV-Sender und autonome Gemeinschaften nicht zur Ausnahme gehören, beweist die Verpflichtung zur Finanzierung von Kinoproduktionen, Serien und Mehrteiler, was sechs Prozent der Jahreseinnahmen enspricht.

Haltet ihr solche Gesetze auch in Deutschland für realistisch?

Quelle: derstandard.at

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