Ein Eingriff für die Schönheit

Der Trend der Schönheitsoperationen zieht immer größere Kreise. Wie schön ist doch eine kleinere Nase, ein straffer Bauch oder ein faltenfreies Gesicht? Immer öfter werden Schönheitsoperationen zu Geburtstagen oder anderen feierlichen Anlässen verschenkt. Schuld daran sind die gesellschaftlichen Normen, die uns Frauen, durch ein unerreichbares Schönheitsideal, prägen. Ein perfekter Körper ist für viele ein erstrebenswerter Grund sich einer Operation zu unterziehen und dabei jegliche Hürde in Kauf zu nehmen, angefangen beim chirurgischen Eingriff bishin zur unaufhörlichen gesundheitsgefährdenden Diät, obwohl es in unserer heutigen Zeit etliche gesunde Diät Möglichkeiten gibt.
Daher dürfte es auch nicht verwunderlich sein, dass ein Viertel der Österreicherinnen einer plastischen Operation nachkommen würde. Im Endergebnis sind aber nur 10 Prozent mit dem Eingriff zufrieden. Die Frauengesundheitsbeauftragte der Stadt Wien Frau Beate Wimmer-Puchinger weiß, dass etwa acht Prozent der Frauen über 14 Jahre bereits einen schönheitschirurgischen oder kosmetischen Eingriff haben machen lassen. Die durchgeführte Studie vom Wiener Frauengesundheitsprogramm ergab weiterhin, dass weitere 25 Prozent sich eine schönheitsmedizinische Intervention vorstellen könnten und auch folgen würden.

Die Folgen für die Gesundheit sind weitreichend und reichen von Essstörungen über Komplikationen bei gemachten Eingriffen bishin zu schweren psychischen Problemen. Folgen die sicherlich nicht allen Patienten so bewußt sind.
Eines der am schnellsten wachsende Segment der Fachrichtung ist die Vaginalchirurgie, gemäß der American Society of Plastic Surgery. Frau Wimmer-Puchinger kritsiert die kaum wissenschaftliche Klarheit über die Langzeitfolgen derartiger Eingriffe.
Die Zufriedenheit mit den Resultaten steht in scharfem Kontrast zur Popularität von Schönheitsoperationen. Etwa zehn Prozent bewerten ihr Ergebnis mit “sehr zufrieden” und weitere elf Prozent sind “sehr unzufrieden”. Sieht man sich die Liste der vorgenommen bzw. gewünschten Eingriffe an, Faltenbehandlungen und Gesichtsstraffungen (54 Prozent), Nasenkorrekturen (18 Prozent), Fettabsaugung (16 Prozent) und Brustvergrößerung bzw. Brustverkleinerung (15 Prozent), dann erkennt man, dass mehr als die Hälfte der Patienten ein ideales Gesicht haben wollen, aus welchen Gründen auch immer. Einerseits verständlich, weil es nun mal das ist worauf der erste Blick meist fällt, aber andererseits gehören Falten zum Leben dazu und zeigen, was ein Mensch schon erlebt hat. Ein immer jung wirkendes, faltenfreies Gesicht ist es wirklich das was wir alle wollen? Wenn jeder so aussehen würde wonach richten wir uns denn als nächstes? Ob es dann keinen Schönheitswahn mehr geben würde wenn alle gleich sind? Äusserlich ändert sich vielleicht einiges, aber ein besserer Mensch wird man dadurch auch nicht, oder?

Quelle: derstandard.at

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