Süßes-Schlabbern
27. Februar 2006 von perfektman
Kategorie Diäten, Gesundheit und Ernährung
Vor zwei Tagen waren die Käsekuchenentzugserscheinungen nicht mehr auszuhalten.
Noch stemmte ich mich verzweifelt dagegen, aber meine Hände waren bauchgesteuert. Also habe ich aus einem Kilo Vollfettquark, einem Becher Sahne, sechs Eiern, einem halben Pfund Butter und anderen Zutaten einen Käsekuchen gebacken. Ein Schlankmacher war das nicht gerade. Deshalb bezogen nach dem Verzehr sofort einige kleine Fettpösterchen Winterquartier an meinem Kugelbauch. Den Rest des Kuchens habe ich an meinen Freund und meine Mutter verfüttert. Die beiden müssen für ihre Kugelbäuche noch hart arbeiten. Ich selbst versuche mein tägliches Sportprogramm quantitativ zu erhöhen: Es gibt Olympia im Fernsehen. Zur Zeit laufen die Wettbewerbe im Short Track. Frauen in knallengen Anzügen jagen auf Schlittschuhen im Kreis. Die Anzüge liegen so eng an, damit nicht der Hauch eines Scherwindes die Raserei verlangsamen kann. Und obwohl sich die Läuferinnen so weit hinunter beugen, wöbt sich keinerlei Kugelbauch unter dem dünnen Trikot. Ich vermute, dort befindet sich nur steinharte Muskulatur. Ich liebe diese Sportart, weil es immer irgendjemanden gibt, der aus dem Kreisverkehr rutsch. Meist tun sie das schwungvoll auf Hintern oder Bauch und mit so hingebungsvoller Tortenklatschkomik wie die Stummfilmspaßmacher. Meine Methode, am sportlichen Leben teilzuhaben, führt leider nicht dazu, dass sich mein Kugelbauch in steinharte Muskulatur verwandelt. Deshalb werde ich vom passiven zum aktiven Sport wechseln. Im Sommersemester melde ich mich an der Uni zu einem Sportkurs an. Ich würde gern Fitness- oder Kraftraining machen. Und dann gehe ich noch in den Kletterkurs. Ich werde meinen Kugelbauch Kletterwände hochschleifen und in weite Höhen schwingen. Dann kann uns ein Käsekuchen nichts mehr anhaben.







