Gesunde Ernährung in Kindergärten und Schulen? Weit gefehlt!
15. Mai 2009 von perfektman
Kategorie Gesundheit und Ernährung
Butterbrot in einer Butterbrottüte, etwas Obst, das Milchpäckchen: das war ungefähr meine Ernährung in Kindergarten und Schule. Anfänglich in einer dieser niedlichen Kindergartentaschen stolz mit zum Kindergarten getragen, später im Schultornister und noch später im Rucksack transportiert.
Was essen die KiTa- und Kindergarten-Kinder denn heute so?
Nichts Gutes offenbar, wenn man den Berichten der Verbraucherschutzexpertin der Grünen, Ulrike Höfken, glauben mag.
Die Schulen kritisieren das anscheinend immer noch schlechte Ernährungsangebot in KiTas und Schulen.
Höfken berichtet über ein acht Monate altes Baby in einer KiTa, was mit Chicken Nuggets und Currywurst gefüttert wurde.
Das angebotene Essen in KiTas, Kindergärten und Schulen sei vielerorts eine Katastrophe, beschwert sich Ulrike Höfken, und vielfach gebe es gar kein Angebot für eine angemessene Verpflegung.
Warum ist qualitativ gutes Essen so ein Problem für Kitas und Schulen?
Einrichtungen wie Kindertagesstätten und Ganztagsschulen stehen nun mal vor dem kniffeligen Problem, mit immer weniger Geldmitteln immer größere Gruppen und Klassen ordentlich zu verpflegen. Zudem dürfte es kein Geheimnis sein, dass die Personalstärke in solchen Erziehungseinrichtungen immer mehr zurückgefahren werden: es gibt immer weniger Pädagogen die für eine größere Anzahl von Kindern/Schülern verantwortlich sind.
Eigene Besuche in Kindergärten vor einigen Jahren haben im Gespräch mit den Erzieherinnen schon sehr beunruhigende Ergebnisse zutage gebracht. Die zweite Kraft in einer Kindergartengruppe werde oftmals von einer Azubi „ersetzt”. Was bedeutet, dass es schon ein Problem werden kann wenn zum Beispiel eine krank wird, Urlaub hat oder ähnliches. Da werden schon Toilettengänge zum Problem.
Wie soll man da noch die Zeit finden, für 20 bis 30 Kinder schnell aber gesund eine Mahlzeit zuzubereiten? Die Gelder sind knapp, man muss jeden Cent umdrehen und gut kalkulieren.
Wie kann man gesunde Ernährung den Schulen und KiTas näher bringen?
Es gibt von Bund und Land Fördermittel und Zuschüsse für Schulmilch und Schulobst. Nur nutzen viele Bundesländer diese Zuschüsse nicht oder nur unzureichend. Ziel muss es also sein, in Kampagnen und Aufklärungsarbeit vor Ort für qualitativ gutes Essen zu einem kostengünstigen Preis zu werben.
In Baden-Württemberg gibt es eine Initiative mit dem Namen „Bewusste Kinderernährung – BeKi”, die seit 27 Jahren versucht, einen neuen Umgang mit Essen und Trinken an Schulen, Kindergärten und Kindertagestätten zu vermitteln. Es gibt 8 Beki-Fachfrauen die vor Ort in den Einrichtungen informieren, Schüler, Erzieher, Lehrer, Eltern.
So eine Initiative müsste landesweit durchgeführt werden, das wäre wirklich begrüßenswert.
Dann würde man auch ein wenig sich dem Problem Diabetes und Fettleibigkeit stellen – die Anzahl der ernährungsbedingten Krankheiten nimmt immer mehr zu. Und die Erkrankten werden immer jünger!
Bild: © by Thommy Weiss / Pixelio








Nicht nur in Schulen und Kitas ist das Essen mäßig, auch in Krankenhäusern sind die Mahlzeiten alles andere als der Gesundheit oder besser Gesundwerdung förderlich…