Flüsse und andere Gabelungen

Body Modification Teil II
tattooNachdem man sich von den Schlagworten des ersten Teils erholt haben sollte, folgen nun weitere Praktiken, die der Verschönerung des eigenen Körpers dienlich sein können.
Eine der wichtigsten Regionen eines Körpers ist nun mal das Genitalareal, welches – obgleich meist verhüllt – trotzdem zur Zielscheibe der Body Modification mutiert ist. Die Rede ist von der Bifurkation und der Subinzision. Beide Techniken sind Verschönerungen des männlichen Geschlechtsteils, von den Australischen Ureinwohnern schon jahrhundertelang praktiziert, hat die Subinzision nun auch hierzulande Einzug gehalten.
Die Subinzision ist eine Spaltung des Penis´, von der Harnöffnung aus, der Harnröhre nach unten folgend. Die Größe und Länge der Spaltung kann je nach Geschmack und Belieben stark variieren, gar der Hodensack selbst kann zum Opfer der Spaltung werden. Das Urinieren kann nach einem erfolgreichen Eingriff nur noch im Sitzen durchgeführt werden. Doch bevor nun alle europäischen Ehefrauen ob des fortan sauberen Klos begeistert aufschreien und ihrem Mann einen solchen Eingriff zu Weihnachten schenken wollen, muss darauf aufmerksam gemacht werden, dass auch das Sexualleben durch eine Subinzision beträchtlich eingeschränkt werden kann, was neben den Risiken bei der Durchführung als negativer Aspekt angeführt werden kann.
Der Begriff der Bifurkation bezeichnet harmloserweise die Gabelung eines Flusses oder einer Straße, die Spaltung eines Blutgefäßes, der Bronchien oder die Aufzweigung zwischen Welt und Subjekt in der Wissenschaftstheorie des Philosophen Edmund Husserls, ABER auch eine Spaltung der Oberseite des Penis`, schwerpunktmäßig der Eichel, wird als Bifurkation bezeichnet. Diese Praktik wird hauptsächlich zur Steigerung der Libido durchgeführt und geht oft Hand in Hand mit Intimpiercings oder anderen Verschönerungspraktiken im genitalen Sektor.
Für welche Praktik man sich auch immer entscheiden möchte, es sollte wohl überlegt sein, Risiken gegen Vorteile sorgfältig abgewägt werden. Aufgrund der enormen Vielfalt der Angebote und Techniken, mag es schwer sein, sich über das im Klaren zu sein, was man wirklich möchte, vor der allzuschnellen Verurteilung sollte jedoch gewarnt sein. Wenn es keine Extrema geben würde, woher wüssten wir dann, dass wir langweilig und normal sind?

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