Bowlingchamp

14. April 2006 von perfektman  
Kategorie Fitness

Die einzige Sportart, die ich vergangene Woche ausgeübt habe, war Bahn-Hinterher-Rennen und Auf-den-Knien-Boden-Wischen. Außerdem bin ich das erste Mal in meinem Leben in einem Bowlingcenter gewesen. Beim Reinkommen hat mich eingeschüchtert, dass die Männer auf den vordersten vier Bahnen alle viel größere Bäuche hatten als ich. Dann kamen einige Bahnen lang nur Teenies und zukünftige Teenies mit Bauchnabelpiercing, ohne Bauch und Hüften. Die beiden Bahnen daneben bekamen ich und meine Freunde zugewiesen. Und neben uns bowlten die Champions. Zu erkennen daran, dass sie nicht die ausgelutschten Leih-Bowlingschuhe trugen, sondern eigene Hightechtreter, dazu ein passendes Outfit mit sehr professionellen Handschuhen. Sie warfen zu kunstvollen Drehungen verrenkt ihre eigenen Zauberkugeln über die Bahn, während ich probeweise meine dünnen Fingerchen in eine grüne Kugel bohrte.
Eigentlich waren die Löcher viel zu klein, aber ich hatte zumindest das gute Gefühl, mir nicht gleich die Kugel auf die Leih-Bowlingschuhe zu schmeißen. Mit viel zu viel Anlauf schoben Kugel und ich uns gegenseitig in Richtung Bahn. Das schwere Mistding blieb zunächst an meinen Fingern kleben, um sich dann, gezwungen vom Eigengewicht, mit einem lauten Plop zu lösen. Ich schoss eine Nullrunde nach der anderen – jedes Mal mit lautem Plop -, bis mir jemand erzählte, dass man ungemein viele Punkte bekommt, wenn man zwei Mal hintereinander alle zehn Kegel umschmeißt. Also habe ich konzentriert auf die Bahn gestarrt und es wie meine Championnachbarn mit einer kunstvollen Drehung versucht. Die Kugel flog und ich fast hinterher. Mit diesem genialen Trick habe ich tatsächlich zwei Mal hintereinander alle Kegel umgefegt. Danach folgten wieder meine Nullrunden. Und als ich meine Füße wieder aus den vom Schweiß meiner Vorgänger durchweichten Leihschuhen pulte, erklärte ich meine Karriere im Bowling für beendet. Den Bäuchen der Männer auf den vorderen Bahnen nach zu urteilen, führt dieser Sport über Jahre hinweg ausgeübt, zu nichts Gutem. Das mag vielleicht mehr am Bier als an den Bewegungsabläufen liegen.

Bild: © by themaster444 / Pixelio

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